Vitamin C Infusion

Was ist Vitamin C?

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein Vitalstoff, der an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist und somit zwingend benötigt wird. Es unterstützt beispielsweise die Immunabwehr, das Zellwachstum und die Zellregeneration, die Funktionserhaltung von Knochen und Bindegewebe, oder die Wundheilung.

Im Unterschied zu den meisten Tierarten ist der Mensch aber leider nicht fähig, Vitamin C selbst zu produzieren. Somit sind wir auf die externe Aufnahme des lebenswichtigen Vitamins angewiesen. Meistens  genügt die Aufnahme von Vitamin über die Nahrung, doch nicht immer kann ausreichend aufgenommen werden. In unseren Lebensmitteln ist weitaus weniger Vitamin C enthalten als noch vor 15 – 30 Jahren (durchschnittlich 60-80% weniger) aber auch durch die Zubereitung gehen hohe Mengen an Vitaminen verloren: Gemüse und Kräuter verlieren beim Kochen ganze 50% Vitamin C. In vielen Fällen können also hoch dosierte Tropfen, Tabletten oder eine Vitamin C Infusionstherapie sinnvoll sein.

Der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) offiziell empfohlene tägliche Vitamin C-Bedarf beträgt 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer. Allerdings wird dieser Wert von vielen Experten als zu niedrig angesehen, da verschiedene Faktoren darauf hinweisen, dass der tatsächliche Bedarf um ein Vielfaches höher sein könnte.

Insbesondere Stress ist ein wesentlicher Faktor, der den Vitaminhaushalt belastet, da der Körper bei Stress die Produktion von Adrenalin steigert und dafür große Mengen an Vitamin C benötigt. Auch Raucher benötigen etwa 40% mehr Vitamin C als Nichtraucher, da das Rauchen zu Zellzerstörung und Freisetzung von freien Radikalen führt.

Wie wirkt Vitamin C?

Vitamin C erfüllt sehr viele Funktionen im Körper, besonders wird ihm die antioxidative Wirkung zugeschrieben. Was das bedeutet? Der Körper ist sogenannten freien Radikalen (Umwelteinflüssen) ständig ausgesetzt. Klassische freie Radikale sind Sonneneinstrahlung, Umweltbelastung, Stress oder Rauchen. Um diesen Einflüssen entgegenzuwirken, setzt der Körper verschiedene Schutzmechanismen ein, und dazu zählen auch Vitamine. Vitamin C ist sozusagen ein Radikalfänger, der diese Radikale fängt und sie zerstört und uns damit vor oxidativem Stress, der in Zusammenhang mit dem Alterungsprozess und Krankheiten steht, schützt

Vorteile durch die Einnahme von Vitamin C:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Antioxidative Wirkung
  • Unterstützung für gesunde Haut, Zähne, Blutgefäße und anderes Gewebe
  • Reduktion der Altersflecken durch Regulierung der Melanin-Produktion
  • Linderung von Erkältungen und Infektionen
  • Förderung der Wundheilung
  • Verbesserung der Aufnahme von Zink, Eisen und  Kalzium
  • Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Energiesteigerung und Müdigkeitsreduktion
  • Verringerung von Entzündungen

Darüber hinaus kann die Einnahme von Vitamin C auch psychische und mentale Symptome lindern:

  • Linderung von Stress und Ängsten
  • Verbesserung der Stimmung und des allgemeinen Wohlbefindens
  • Antidepressive Eigenschaften
  • Optimierung der Stressbewältigung
  • Unterstützung der geistigen Klarheit
  • Verbesserung der Schlafqualität
  • Verbesserung der Energie und Vitalität.

Die Haut kann vielfach von Vitamin C profitieren. Es kann z.B. zur Bekämpfung von Akne und Verringerung der Faltenbildung beitragen.

Die meisten Vitamin C Präparate können nicht wirken, da viele der Vitamin C-Ergänzungen zu wenig Ascorbinsäure enthalten, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die höchstdosierten Ergänzungen bieten etwa 1000 mg Ascorbinsäure, was im internationalen Vergleich immer noch als relativ niedrig angesehen wird. In vielen Ländern wird derzeit eine tägliche orale Dosis von 3000 mg empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthomolekulare Medizin (DGOM) empfiehlt bei Menschen mit einem Gewicht von 60 kg 3000 bis zu 6000 mg pro Tag. Für stillende Mütter liegt die Empfehlung bei 2000 mg Vitamin C

Dazu kommt noch, dass viele Präparate einen erheblichen Wirkstoffverlust auf dem Weg durch den Verdauungstrakt erleiden. Die Wirkstoffe werden z.B. von der Magensäure angegriffen und es kommt weniger Wirkstoff in den Zellen an.

Bei herkömmlichen Vitamin-C-Ergänzungen kann die Aufnahme im Körper bei hohen Dosen eingeschränkt sein – vor allem, wenn die gesamte Tagesdosis auf einmal eingenommen wird.

Überdosierung und Nebenwirkungen

 Vitamin C ist wasserlöslich, das bedeutet, wenn der Körper einen Überschuss an Vitamin C hat, scheidet er es über den Urin wieder aus. Dadurch sind Schäden aufgrund einer Überdosierung eher unwahrscheinlich bzw. fast nicht möglich. Zu viel Vitamin C auf einmal kann in manchen Fällen Magen-Darm-Probleme wie Durchfall verursachen. Dies ist aber sehr unterschiedlich und variiert von Person zu Person.

Vitamin-C-Infusionen

Der Nachteil an der oralen Aufnahme von hochdosiertem Vitamin C, ist dass der Körper nur eine gewisse Menge pro Tag aufnehmen kann und ein Großteil wieder ausgeschieden wird. Bei der intravenösen Infusionstherapie hingegen gelangt das Vitamin in die Blutbahn und nur ein sehr geringer Anteil wird über den Urin ausgeschieden.

Bei einem Vitamin C Mangel oder um dem Körper etwas Gutes zu tun, eignet sich eine Vitamin C-Infusionstherapie (Ärzte, Heilpraktiker, private Beauty-Studios). Die Vitamin-C-Infusion ist eine moderne Methode der Injektionstherapie, bei der hochdosiertes Vitamin C über die Vene direkt in die Blutbahn verabreicht wird. Dies hat den Vorteil, dass eine viel höhere Dosis pro Zeiteinheit aufgenommen werden kann, als über die orale Zufuhr möglich ist. Bei der  Infusion wird der Darmtrakt umgangen. Diese Vorgehensweise gewährleistet die optimale Aufnahme und Verwertung des Vitamins im Körper, was bei oraler Einnahme nicht erreicht werden kann.

Eine Vitamin-C-Infusionstherapie eignet sich...

  • bei niedrigem Vitamin C Spiegel
  • bei Anzeichen vorzeitiger Hautalterung
  • zur Verringerung von Müdigkeit und bei verringerter Leistungsfähigkeit
  • zum Schutz vor oxidativem Stress
  • unterstützend als Anti-Aging Behandlung
  • unterstützend zur Festigung des Bindegewebes und Straffung der Haut
  • zur Unterstützung der Kollagenproduktion
  • zur Unterstützung der Immunabwehr, des Nervensystems und des Energiestoffwechsels
  • bei Infektionen oder Entzündungen
  • für eine bessere Aufnahme von Eisen
  • bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • bei Herpes-Zoster-Infektionen
  • zur Verbesserung der Wundheilung nach Operationen und Verbrennungen
  • als Gefäßschutztherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes
  • in Stress- und Belastungssituationen
  • bei chronischen Schmerzzuständen
  • bei Allergien und Asthma
  • bei Rauchern
  • für Leistungssportler
  • als unterstützende Therapie bei Krebserkrankungen oder Allergien (immer in Absprache mit Arzt). Derzeit laufen weitere Studien, in denen hochdosiertes Vitamin C bei Krebspatienten untersucht wird. Keine davon allerdings in Europa.

Ablauf der Infusion

Bei der Behandlung wird es Ihnen ein Venenzugang gelegt, über den die Vitamin-C-Lösung langsam und kontrolliert in die Blutbahn geleitet wird. Der Infusionsvorgang dauert in der Regel etwa 30-60 Minuten, je nach Dosierung und individuellem Bedarf. Die Infusionen beginnen bei 7,5 g  und können (in schweren Fällen) sogar bis zu 100 g Ascorbinsäure  enthalten. Nach der Infusion wird der Venenzugang entfernt und die Einstichstelle sorgfältig versorgt. Nach Abschluss der Behandlung können Sie auch schon wieder nach Hause zurückkehren.

Grundsätzlich ist keine größere Nachsorge nach einer hochdosierten Vitamin-C-Infusion zu beachten. Sinnvoll ist es, weiterhin viel Wasser zu trinken, damit Sie die Ausscheidung von Toxinen unterstützen und Ihren Körper hydriert halten. Achten Sie zur Unterstützung der Wirkung der Behandlung auch auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, indem Sie Ihrem Körper alle notwendigen Nährstoffe zuführen.

Wiederholungen: Individuell. Als Kuranwendung meist zwischen 3 und 5 Wiederholungen über einen Zeitraum von 4-6 Wochen.

Risiken der Vitamin C Infusion

Die Vitamin C Infusionstherapie ist in der Regel sehr gut verträglich und es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. In sehr seltenen Fällen können kurzzeitig Überreaktionen wie Durst, erhöhter Harnfluss, Schwindel oder Übelkeit auftreten. Bei Patienten mit Nierenproblemen wird von einer Infusionstherapie abgeraten, um mögliche Bildung von Nierensteinen zu vermeiden. Auch Patienten mit Eisenüberschuss sollten sich keiner Infusionstherapie mit Vitamin C unterziehen.

Verschiedene onkologische Leitlinien raten davon ab, Vitamin C zeitgleich zu einer Strahlentherapie und/oder Chemotherapie zu verabreichen. Ein Grund ist, dass es zu Wechselwirkungen kommen könnte.

Wie oft wird eine Vitamin-C-Infusion gegeben – und was kostet das?

In der Regel wird von den Anbietern eine  Serie von mehreren Infusionen empfohlen – ￿oft zwei bis drei Sitzungen in der ersten Woche, nicht selten werden bis zu zehn Infusionen über mehrere Wochen gegeben. Das soll für einen hohen Vitamin-C-Spiegel für einen längeren Zeitraum sorgen. Eine einzelne Sitzung kostet zwischen 60 und 120 Euro, je nach Dosis.